• Sonja Stirnimann

Komplizen in Zeiten der Krise

Falsche Kommunikation führt zu Krisen? Wenn wir über Krisen sprachen im letzten Jahr, waren es insbesondere auch diejenigen die herbeigeführt wurden durch böswillige Absicht. Social Engineers, Hackers, Fraudster, Narzissten und anderen Tätern. Heute sprechen wir auf der ganzen Welt von einem Virus, der uns in die Krise führt. Covid-19. Auch diese Krisensituation verlangt Verhaltensregeln und adäquate Kommunikation.


Wertesystem: Code of Conduct


Fehlverhalten aus der Vergangenheit - Enron, Volkswagen und Co. lassen grüssen – haben die Unternehmen bewogen Massnahmen zu ergreifen, welche diesem Fehlverhalten präventiv entgegenwirken soll. Mit dem Ziel, dass die Verantwortlichen ethisch Entscheidungen treffen und dementsprechend handeln. Verhaltenskodex (Code of Conduct) wurden erstellt, Schulungen durchgeführt und die interne und externe Kommunikation entsprechend angepasst.


Ein Wertesystem welches in Krisen die Menschen noch mehr unter Druck setzt steigert das Fehlverhalten!

Die Macht der Kommunikation («Communication»)


Mit dem angepassten Kommunikationsstil versuchen die Unternehmen ein «Wir-Gefühl» herbeizuführen. Doch identifizieren wir uns als Individuum stärker mit einem Unternehmen, wenn von «wir» gesprochen wird?


Studien belegen, dass Mitarbeitende, die auf der persönlicheren Ebene angesprochen waren («wir», «du», «unser Team», etc.) im Vergleich zu Mitarbeitenden, in welcher eine stark formelle Ansprache galt, glaubten, dass sie sich in einem nachsichtigen und toleranten Umfeld bewegten. Entsprechend würde Fehlverhalten weniger geahndet und sanktioniert.


Das Fehlverhalten der sich in einem toleranten Umfeld wähnenden Mitarbeitenden steigt.

Ordnungshüter: Compliance


Diese für die Kultur eines Unternehmens gut gemeinte Anpassung der Sprache kann in Bezug auf das Fehlverhalten (Non-Compliance) massive Auswirkungen haben. Die Unterschiede sind – von aussen betrachtet – subtil. Die unbewusste Auslegung des gewählten Kommunikationsstils durch die Mitarbeitenden hat jedoch Folgen für die Compliance eines Unternehmens.


Sie können wesentliche Hinweise auf die Toleranz der Organisation gegenüber Non-Compliance liefern. Die Unternehmen sind gut beraten, wenn die Verantwortlichen den Kommunikationsstil des Code of Conduct und die damit einhergehende interne und externe Kommunikation sorgfältig überprüfen.


Die weniger persönliche Sprache gilt als eine der wichtigen Massnahmen für die Erarbeitung eines effektiven Code of Conduct und bildet die Basis für Leitlinien des integren und ethischen Verhaltens durch die Mitarbeitenden.


Fallbeispiel Krise «Crisis»: Verhaltensanweisungen Corona-Virus


Analysieren Sie die aktuellen Verhaltensanordnungen im Zusammenhang mit dem COVID-19.


Wo entdecken Sie diese fälschlicherweise gut gemeinten Kommunikationsstile? Das Risiko ist gross, dass gerade diese nicht befolgt werden obwohl durch Sie wohlwollend formuliert.


Wir sehen dieses Muster aktuell im Rahmen von Begleitungen unserer Kunden durch die herrschende Krise. Es ist offensichtlich, wie gross die Hürde ist, klar und deutlich zu kommunizieren.


So, dass die Botschaft ankommt. Es ist wichtig, dass die Führung übernommen wird durch klare, präzise und konsistente Kommunikation.


Sind Sie bereits ein Vorbild? Welchen Kommunikationsstil verwenden Sie, um Non-Compliance im Unternehmen und deren Folgen zu verhindern?


Ihre

Sonja Stirnimann



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