• Sonja Stirnimann

Back to the roots – Wirtschaftskriminalität und Non-Compliance

Aktualisiert: März 13

Ein deutsches Sprichwort bringt auf den Punkt, was im Zusammenhang mit Wirtschaftsdelikten und Non-Compliance ungern gehört wird: «Wo gehobelt wird, da fallen Späne.» Stellvertretend dafür könnte man auch sagen, dass «der Zweck die Mittel heilt». Wie verhalten sich diese beiden umgangssprachlichen Sprichworte im Rahmen des Lebenszyklus wirtschaftskrimineller Handlungen?


Normen und Regeln im Tauschgeschäfte und Handel


Lange bevor der Begriff Wirtschaft entstand, manipulierten Menschen andere zu ihren Gunsten. Tauschgeschäfte wurden so aufgesetzt, dass jeder der Parteien für sich das Gefühl hatte, den besseren Abschluss erzielt zu haben. Dies mit mehr oder weniger ehrenvollen Mitteln.


Bereits die Qualität des Handelsgutes dürfte je nach Lieferant um die eine oder andere Komponente beeinflusst worden sein. Wo die gute Ware erhältlich war, erschloss sich einem inneren Kreis, der auch die notwendigen Gegentauschmittel und deren Umfang festlegte. Da sprach noch niemand von illegalen Absprachen oder Korruption.


Doch die Mechanismen bestanden bereits und gehörten zum alltäglichen Umgang zwischen den Exponenten – im Steinzeitalter. Jede Gesellschaft verfügt über eigene Normen und Regeln. Unabhängig davon, wie diese verankert sind oder waren, ist jedes Abweichen von diesen Normen regelwidrig. Das kann im übertragenen Sinne heißen, dass es kriminell oder non-compliant ist, weil es nicht den definierten und vereinbarten Normen und Regeln entspricht.

Soziale Kontrolle – Prävention und Aufdeckung


Die soziale Kontrolle stellte bereits damals sicher, dass sich die einzelnen Mitglieder der Gesellschaft innerhalb der Vorgaben verhielten.


Die soziologischen Aspekte rund um die Einhaltung von Normen und Regeln sind weitreichend und werden in die Thematik der Wirtschaftskriminalität miteinbezogen. Im Mittelpunkt stand und steht der Mensch, der mit seinem Handeln Reaktionen und somit Konsequenzen auslöst.

Neue Technologien – neue Regeln


Als die ersten Technologien entstanden – etwa Messsysteme wie das Metermaß oder die Waage – wurden diese anfällig für Manipulationen. Der Vorreiter der Abgasmanipulation, der sogenannte «Diesel-Gate», manifestierte sich in einem der ursprünglichsten Fraud-Schemas. Die Einführung von normierten Tauschwährungen in Form von Münzen und später Noten brachte es mit sich, dass Menschen neue Vorgehensmuster ersannen, um sich Vorteile gegenüber anderen Marktteilnehmenden zu verschaffen.

“Corporate Integrity matters”


Diese Vorteile wurden und werden weiterhin ausgearbeitet – dem Gesetz und den Regulierungen meistens einen Schritt voraus, indem Graubereiche als Schlupflöcher identifiziert und zum Nutzen der eigenen Interessen eingesetzt werden. Der Ursprung dieser Muster liegt im (Wirtschafts-)Delikt, welches den Gesetzgeber, die Straffverfolgung sowie die verantwortlichen Betroffenen von Staat, Organisationen und Unternehmen herausfordert.

In dem Sinne, Normen und Regeln innerhalb unserer Organisationen sind so unterschiedlich wie die einzelnen Organisationen. Diese durch die Unternehmenskultur mitgeprägte organisationsweite Integrität – auch genannt „Corporate Integrity“ – ist einer der strategisch wichtigsten Erfolgsfaktoren im neuen Jahrzehnt.


Wie nutzen Sie „Corporate Integrity“ zum Vorteil Ihres Unternehmens und der Gesellschaft? Ich freue mich auf Ihre Ideen.


Ihre

Sonja Stirnimann

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