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- Schlamperei - Unglaubliches - Sabotage & Transporte - Beinahe-Katastrophen - Katastrophen - Vertuschung - Probleme aller Art - Mobbing - Konstruktionsfehler
       

 

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Ein Opfer der atomaren Katastrophe von Tschernobyl. Sie wurde durch menschliches
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Katastrophengefahr nach 45 Jahren - 07.05.2003
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45 Jahre nach der ersten grossen Katastrophe in der Atomgeschichte kann der Unglücksreaktor im britischen Sellafield immer noch nicht abgebrochen werden. Der geschmolzene Brennstoff war seinerzeit im Reaktor versiegelt und seither in Ruhe gelassen worden. Doch bis heute besteht Gefahr: Fachwelt und Anwohner fürchten gleichermassen, dass eine kleinere Erschütterung, beispielsweise durch ein Erdbeben, eine erneute Katastrophe auslösen könnte. Auch besteht das Risiko, dass der Luftzug eine neue Kettenreaktion verursacht, wenn der Reaktor geöffnet wird. Aber wenn nicht bald etwas unternommen werden kann, fürchten die Aufsichtsbehörden, dass bald nicht mal mehr das nötige Personal und Knowhow vorhanden sein werde, um das Problem anzugehen...
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Risiko für Schilddrüsenkrebs steigt - 01.05.2003
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Die atomare Katastrophe von Tschernobyl sorgt noch heute,17 Jahre nach der tödlichen Explosion, für neue Opfer. Aktuelle medizinische Untersuchungen in Weissrussland zeigen, dass Jugendliche und junge Erwachsene zunehmend an Schilddrüsenkrebs erkranken. Fachleute sprechen sogar von einer "Epidemie", die Tendenz sei "stark steigend". Zur Zeit des Tschernobyl-Unfalls waren die Opfer zwischen 2 und 16 Jahren alt. Zwei neue ukrainische Studien stellen zudem erstmals einen Zusammenhang zwischen der Tschernobyl-Katastrophe und Blutkrebs bei Kindern fest. Auch dort ist die Tendenz stark steigend.
Der Atom-Unfall von Tschernobyl wurde verursacht durch menschliches Versagen.
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Unkontrollierte atomaren Kettenreaktion - 30.09.1999
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Zwei Arbeiter in der japanischen Nuklearanlage Tokaimura füllen einen Tank mit Urangemisch. Doch statt der vorgeschriebenen 2,3 Kilogramm schütten sie 16 Kilogramm hinein. Es kommt zu einem blauen Blitz, einer unkontrollierten atomaren Kettenreaktion. Erst nach 20 Stunden kann sie gestoppt werden. Die drei Arbeiter, die sich in der Nähe befinden, werden schwer verstrahlt. Zwei sterben an der Strahlenkrankheit. Die Zahl der tatsächlichen Opfer ist unklar. Denn die radioaktive Strahlung legt sich auch auf die Umgebung. Viele Anwohner beklagen sich über Übelkeit, Hautirritationen, Schweregefühl und einen metallischen Geschmack im Mund. Entsprechende Berichte aus der Bevölkerung werden von den japanischen Behörden allerdings ignoriert. Sie verschleppen auch das Gerichtsverfahren gegen die Verantwortlichen des Atomunglücks – die Staatsanwaltschaft will der Betreiberfirma bloss eine kleine Busse von 13'500 Franken auferlegen, obwohl ihr gravierende Mängel nachgewiesen werden können. Erst auf Druck der Betroffenen wird jetzt gegen die Verantwortlichen ernsthaft vorgegangen – mittlerweile werden mehrjährige Gefängnisstrafen gefordert. Das Urteil wird auf Frühjahr 2003 erwartet. Internationale Aerzte für die Verhütung eines Atomkriegs, Kongress
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Feuer mit anschliessender schwerer Explosion in der japanischen Anlage Tokaimura - 11.03.1997
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In der japanischen Anlage Tokaimura ereignet sich ein Feuer mit anschliessender schwerer Explosion, weil die Sprinkleranlage zur Bekämpfung des Feuers nach einer Minute schon wieder abgeschaltet wird. Die Behörden werden erst mit vierstündiger Verspätung über den Austritt von Radioaktivität informiert. 37 Arbeiter atmen Radioaktivität ein.
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Feuermelder schlagen Alarm - 08.12.1994
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Im japanischen Schnellen Brüter Monju schlagen 16 Feuermelder Alarm. Die Reaktoringenieure warten anderthalb Stunden, bis sie aktiv werden und riskieren damit eine nukleare Katastrophe.
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Ernster Unfall in japanischem AKW Mihama - 09.02.1991
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Im japanischen AKW Mihama ereignet sich ein ernsthafter Unfall. Kraftwerksangestellte haben Anti-Vibrationsstäbe erst falsch installiert und dann abgesägt, damit sie dennoch eingepasst werden können. 55 Tonnen radioaktives Kühlwasser treten in den Sekundärkreislauf des Reaktors aus. Radioaktivität gelangt auch in die Umwelt.
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Super-GAU von Tschernobyl - 26.04.1986
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Im Block vier des ukrainischen Atomkraftwerks will die Betriebsmannschaft ein Experiment durchführen. Eine Verkettung ungünstiger Umstände führt jedoch dazu, dass der Reaktor instabil zu werden droht. Der Computer warnt. Doch die Operateure ignorieren den Alarm, weil sie das Experiment nicht gefährden möchten und schalten ein weiteres Notkühlsystem ab. Sie drohen die Kontrolle über den Reaktor zu verlieren. Und jetzt zeigt sich ein Fehler in der Konstruktion, den man zuvor nie bemerkt hatte – mit fatalen Konsequenzen: Während der Notabschaltung schnellt die Leistung in die Höhe statt zu sinken. Jetzt gerät der Reaktor ausser Kontrolle – er beginnt zu schmelzen, der Grafitkern explodiert. Die Geräte spielen verrückt. Der Chefingenieur steht daneben und wiederholt stereotyp: «Wir haben alles richtig gemacht...das kann nicht sein ... wir haben alles richtig gemacht.» Er schickt zwei junge Operateure in den Zentralsaal, um nachzusehen, was los ist. Sie finden einen brennenden Krater und über ihnen den Sternenhimmel – um die gigantische Strahlung, die ihnen entgegenschlägt, kümmern sie sich nicht. Die beiden kehren in den Kommandoraum zurück und berichten, es sei alles zerstört. Der Chefingenieur weigert sich, ihnen zu glauben. Er befiehlt, der Kern müsse gekühlt werden: Siebzehn Stunden lang wird Wasser in den längst nicht mehr existierenden Reaktor gepumpt.
Die Atomexperten, die am nächsten Morgen aus Moskau eingeflogen werden, glauben, was man ihnen sagt: Es gebe Schwierigkeiten, aber der Strahlenpegel sei normal. Es geht eine Weile, bis sie realisieren, was passiert ist – der Super-GAU.
31 Menschen sterben sofort. Eine radioaktive Wolke breitet sich über ganz Europa aus. Noch heute ist im Tessin radioaktives Cäsium aus Tschernobyl nachzuweisen (Pilze, Wild). Ansonsten werden die Folgen der Atomkatastrophe verharmlost und vertuscht: Der ukrainische Professor Bandazhevsky beispielsweise, der die Auswirkungen von Tschernobyl vor allem bei Kindern erforscht hat und von sehr hohen Opferzahlen ausgeht, sitzt seit Jahren im Gefängnis.
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Unglaubliche Kettenreaktion von menschlichem Versagen - 28.03.1979
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Im US-amerikanischen Atomkraftwerk Three Mile Island stellen um vier Uhr morgens die Wasserpumpen ihren Dienst ein. «In den Minuten, Stunden und Tagen, die darauf folgten, eskalierte aus einer Reihe von Ereignissen – resultierend aus Maschinenfehlern, unangemessenen Reaktionen, menschlichem Versagen und Unwissenheit – die bisher grösste Krise der amerikanischen Kernkraftindustrie überhaupt.» So leitet der Bericht der offiziellen Untersuchungskommission die Beschreibung des Atomunfalls ein. Die unglaubliche Kettenreaktion von menschlichem Versagen (Beispiel: ein wichtiges Kontrolllämpchen war von einer Etikette verdeckt) und Ausrüstungsmängeln führen zu einer teilweisen Kernschmelze, die von den Operateuren nicht einmal bemerkt wird. Über 10 Millionen Curie werden an die Umwelt abgegeben. Nur Minuten trennen von der kompletten Katastrophe – der Explosion. Während sich der Unfall abspielt, weiss niemand genau, was passiert. Erst nach zwei Tagen entscheidet der Gouverneur, 3500 schwangere Frauen, die unmittelbar neben dem Unfallmeiler wohnen, evakuieren zu lassen. Panik bricht aus. 200'000 Menschen fliehen und kehren erst Tage später zurück. Die Universität Columbia stellt rund 20 Jahre später fest, dass die Menschen, die der radioaktiven Wolke ausgesetzt waren, vermehrt an Blutkrebs erkranken. Der Unfall von Three Mile Island führt zu einem abrupten Stopp des amerikanischen Atomprogramms. Unter Präsident Bush soll es jetzt wieder aufgenommen und vorangetrieben werden.
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Kernschmelze im ersten schweizerischen Reaktor Lucens - 21.01.1969
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Im ersten schweizerischen Reaktor Lucens ereignet sich kurz nach Betriebsbeginn eine Kernschmelze, also der schlimmstmögliche Unfall. Beim unterirdischen Versuchsreaktor handelt es sich um ein unausgereiftes Projekt, vorangetrieben von einem schweizerischen Unternehmenskonglomerat, das einen eigenen Reaktortyp auf den Markt werfen wollte. Dabei werden elementarste Vorsichtsmassnahmen verletzt. So weigert sich beispielsweise die «Nationale Gesellschaft zur Förderung der industriellen Atomtechnik», die Funktionstüchtigkeit des Brennstoffs zu prüfen, bevor er im Reaktor eingesetzt wird. Die damalige Sicherheitsbehörde setzt dann allerdings durch, dass ein Testversuch durchgeführt werden muss. Mit verheerenden Folgen: Das Brennelement ist schon nach sechs Monaten völlig zerstört. Trotzdem kommen die Beteiligten zum Schluss, dass kein Sicherheitsrisiko vorliege und geben das OK für den neuen Reaktor. Als Lucens dann nach einigen Testläufen hochgefahren werden soll, kommt es innert Kürze zur Katastrophe: Ein Teil des Brennstoffs schmilzt beinahe sofort. Erst kommt es zu einem Druckanstieg, dann zu einem Druckabfall. Alle Alarmsirenen gehen los, hohe Radioaktivität wird gemessen, Wasser ist, wo es nicht sein sollte. Die Operateure begreifen nicht, was los ist. Glücklicherweise stellt sich der Reaktor selbst ab. Doch radioaktives Kühlmittel tritt aus und gelangt in die Reaktorkaverne. Die freigesetzte Dosis wirkt innert 6 Stunden tödlich. Nur unglaublichem Zufall ist es zu verdanken, dass sich zur Unfallzeit niemand in der Kaverne befindet. Da Lucens unterirdisch ist, wird ein Teil der Radioaktivität in der Kaverne zurückgehalten.
In der Untersuchungskommission, welche die Folgeschäden des GAUs untersucht hat, sitzen allerdings ausnahmslos Experten aus Gremien, welche die Betriebsbewilligung für Lucens erteilt haben. Sie kommt zum Schluss, dass die Strahlenbelastung der Bevölkerung gering gewesen sei.
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Brennstab sprengt Ummantelung - 01.05.1967
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Im schweizerischen Testreaktor Diorit quillt ein Brennstab auf und sprengt die Ummantelung. Im Untersuchungsbericht zu diesem Vorfall heisst es: «Die unerwartete Situation verursachte eine gewisse Nervosität innerhalb der Betriebsequipe, und die für den Routinebetrieb gültigen Strahlenschutzvorschriften wurden nicht mehr vollumfänglich eingehalten.» Folge: Einige Mitarbeiter weisen Kontaminationen auf, die 1000fach über dem Richtwert für Hautkontaminationen liegen.
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Militärmeiler «Idaho Falls» explodiert wegen Bedienungsfehler - 03.01.1961
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Wegen eines Bedienungsfehlers explodiert in den USA während Routinearbeiten der Militärmeiler «Idaho Falls». Drei Menschen sterben sofort. Die Wucht der Explosion ist so gross, dass ein Operateur an die Decke geschleudert und von einem Brennstab aufgespiesst wird. Die Hände der Opfer sind dermassen verstrahlt, dass sie separat als Atommüll vergraben werden müssen. Die Körper müssen in zement-ummantelten Bleisärgen begraben werden – mit dem Hinweis, dass es sich um radioaktiv verseuchte Opfer eines Atomunfalls handle, die ohne Einwilligung der Atomenergie-Kommission «auf keinen Fall» entfernt werden dürften.
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Feuer im britischen Reaktor Windscale - 08.10.1957
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Im britischen Reaktor Windscale, der Plutonium für Atombomben produziert, bricht ein Feuer aus. Die genauen Ursachen sind unklar, es wird aber vermutet, dass die Sicherheitsvorschriften mangelhaft waren und die Operateure nicht mit der gebotenen Vorsicht ans Werk gingen. Das Feuer kann erst nach vier Tagen unter Kontrolle gebracht werden. Es kommt zu einer massiven Freisetzung von Radioaktivität. 32 Menschen sterben. Die Behörden spielen den Vorfall herunter, die Bevölkerung wird nicht evakuiert. Dafür wird der Konsum der lokal produzierten Milch verboten. Als Untersuchungen zeigen, dass auch Milch ausserhalb der Verbotszone verseucht ist, werden die entsprechenden Dokumente von der Regierung als geheim klassiert und die Milch zum Verkauf freigegeben. Man fürchtet «unnötige Panik». Die beschlagnahmte Milch wird ins Meer und in die Flüsse der Umgebung gekippt. Die teilweise Kernschmelze von Windscale gilt – zusammen mit Tschernobyl und Three Mile Island – noch heute als einer der schlimmsten der Atomgeschichte. Heute heisst die Atomanlage Sellafield. Dort lässt die Schweizer Atomindustrie ihren Atommüll wiederaufarbeiten.
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Der erste Unfall in einem Reaktor, der Elektrizität produziert - 29.11.1955
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In einem Versuchsmeiler im US-amerikanischen Idaho schmilzt der Brennstoff. Ein Missverständnis in der Kommunikation hat dazu geführt, dass der Reaktor langsam statt wie erforderlich schnell abgeschaltet wird – der zuständige Operateur hat den falschen Knopf gedrückt und der Kern ist innert Sekunden geschmolzen.
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Erster Unfall in der Atomgeschichte - 12.12.1952
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Der Fehler eines Technikers verursacht in Kanada den ersten Unfall in der Atomgeschichte: Er gibt über Telefon falsche Anweisungen, worauf ein Mitarbeiter den falschen Knopf drückt. Zusammen mit technischem Versagen führt dies zu einer Explosion und einer teilweisen Kernschmelze des Forschungsreaktors Chalk River. Eine beträchtliche Menge Radioaktivität gelangt in die Umwelt.
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